Häufige Fragen zu Mini-Solaranlagen

Zahlen, Daten, Fakten

Welche Leistung kann eine Mini-Plug & Play Solaranlage erzeugen?

Die Mini-Solaranlagen werden derzeit mit PV-Modulen mit einer Leistung von 300 bis 400 Watt ausgestattet. Damit lassen sich rund 300 bis 400 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.

Wie viel Prozent der Stromrechnung können mit dem Balkonkraftwerk eingespart werden?

Die Höhe der Stromrechnung hängt davon ab, wie viele Kilowattstunden Strom ein Haushalt verbraucht. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden pro Jahr, lassen sich maximal 30 % Eigenstromverbrauch abdecken.
Steht mehr Platz für die Balkonkraftwerke zur Verfügung, lässt sich der Prozentsatz erhöhen. Generell gilt aber:
Der Strompreis in Deutschland liegt mittlerweile bei fast 37 Cent. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart somit bares Geld.
Zwei Module erzeugen pro Jahr etwa 600 Kilowattstunden.
Die Ersparnis liegt folglich auf jeden Fall bei 222 Euro. Tendenziell lässt sich aufgrund der steigenden Strompreise in Zukunft sogar noch mehr Geld sparen.


Wie viel Strom produziert ein Balkonkraftwerk pro Jahr?

Ein Solarmodul mit 300 bis 400 Wp erzeugt zwischen 300 und 400 Kilowattstunden pro Jahr, je nach Ausrichtung und Sonnenstunden.


Wie viele Kilowattstunden Strom verbraucht ein Durchschnittshaushalt?

Der Stromverbrauch der Haushalte variiert sehr stark. Der durchschnittliche Stromverbrauch einer Wohnung liegt bei rund 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden.
Für ein Wohnhaus werden rund 2.500 bis 4.500 Kilowattstunden veranschlagt. Die Grundlast einer kleinen bis mittleren Wohnung liegt ungefähr zwischen 40 und 350 Watt.
Diese Grundlast lässt sich realistisch mit einer Mini PV-Anlage abdecken.


Welche Geräte können wie lange mit dem Strom aus einer Mini PV-Anlage betrieben werden?

Es geht vorwiegend darum,Standby-Verbräuche abzufedern. Als kleine Richtschnur, hier ein paar Beispiele über typische Standby-Verbräuche in deutschen Haushalten:

  • Radiowecker 4 Watt
  • Hifi-Anlage: 15 Watt
  • PC: 15 Watt
  • Telefonanlage: 5 Watt
  • Zahnbürste: 3 Watt
  • Handyladegerät: 5 Watt
  • DVD-Recorder: 8 Watt
  • Router: 7 Watt

Anforderungen und Vorkehrungen

Gibt es für die Nutzung der Mini PV-Anlagen bestimmte Anforderungen an das Hausnetz?

Das Hausnetz sollte auf 230 Volt und 50 oder 60 Herz ausgelegt sein.
Das ist gemeinhin der Standard in Haushalten der Bundesrepublik Deutschland. Prinzipiell raten wir Hauseigentümern, alle vier Jahre wie in den Unfallverhütungsvorschriften (BGV A3) vorgesehen, eine Überprüfung der Hauselektrik durch eine Elektrofachkraft, gemäß der DIN VDE 0105, vornehmen zu lassen (E-Check).


Gibt es für die Nutzung der Balkonkraftwerke bestimmte Anforderungen an den Stromzähler?

Nein, da die Mini PV-Anlagen so ausgelegt sind, dass sie den erzeugten Strom ausschließlich im jeweiligen Hausnetz verbrauchen, gibt es keine Anforderungen an den Stromzähler.
Allerdings ist die Anzeige des Hauskraftwerkes beim zuständigen Energieversorger und Netzbetreiber mit dem jeweiligen Formular erforderlich (auf Nachfrage beim Energieversorger und Marktstammdatenregister). E
inige Energieversorger reagieren auf die Anzeige mit dem Austausch des noch üblichen Ferraris-Zählers gegen einen digitalen Stromzähler mit Rücklaufsperre, um ein theoretisch denkbares Rückwärtslaufen des Stromzählers zu verhindern.
Auch ist der Wechsel zu einem anderen Meßstellenbetreiber möglich, der weniger kostet und mehr Service bietet.


Ist es illegal, Strom in das eigene Hausnetz einzuspeisen?

Nein. Es gibt kein Gesetz, das verbietet, Strom in das eigene Hausnetz einzuspeisen. Für den Energieversorger macht es keinen Unterschied, ob Sie beispielsweise alle Leuchtmittel auf LED umrüsten und damit weniger Energie verbrauchen oder ob sie in ähnlichem Umfang selbst Strom produzieren.


Müssen die Balkonkraftwerke dem Energieversorger und dem Netzwerkbetreiber gemeldet werden?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Allerdings ist die Anzeige der Balkonkraftwerke beim zuständigen Energieversorger und Netzbetreiber mit einem einfachen Formular erforderlich.
Einige Energieversorger reagieren auf die Anzeige mit dem Austausch des noch üblichen Ferraris-Zählers gegen einen digitalen Stromzähler mit Rücklaufsperre, um ein theoretisch denkbares Rückwärtslaufen des Stromzählers zu verhindern.


Sicherheit


Überlasten Balkonmodule das Stromnetz?

Nein. Je nach Anzahl der Module werden aufgrund der Ausrichtung der Balkonkraftwerke 50 bis 300 Watt ins Hausnetz eingespeist. Damit ist eine Überlastung des Stromnetzes nicht möglich.

Wie viele Balkonkraftwerke dürfen pro Steckdose angeschlossen werden?

An einer Steckdose dürfen Solarmodule mit einer Einspeiseleistung von maximal 600 Watt angeschlossen werden.

Bekommt man einen Stromschlag, wenn man bei Sonnenschein den Stecker einer steckerfertigen Mini PV-Anlage berührt?

Nein, der Stecker verfügt über eine selbstwirkende Freischaltstelle. Dadurch fließt nur dann Strom, wenn zugleich die Netzspannung ansteht.
Zieht man den Stecker aus der Dose, wird der Stromfluss innerhalb von Millisekunden abgeschaltet.


Muss ich eine Sondersteckdose für den Anschluss meines Balkonkraftwerkes benutzen?

Nein. Wenn eine Schuko-Steckdose vorhanden ist und die technische Gestaltung des verwendeten Gerätes die geltenden Sicherheitsstandards einhält, ist die Nutzung zulässig. Wenn eine neue Steckdose gesetzt werden soll, empfiehlt die DGS die Steckverbindung nach DIN VDE 0628-1 (Wieland RST20i3).

Können steckbare Solargeräte in Deutschland Brände verursachen?

Nein, wenn nicht mehr als 600 Watt (ca. 3 m2) an einem Hausanschluss betrieben werden, reicht die Energie nicht aus, um eine normgerechte Elektroinstallation zu überlasten.
Darauf basieren auch die Bagatellregelungen in Nachbarländern: In Österreich (600 W), in der Schweiz (600 W/2,6A) und in Portugal (200 W). Dennoch empfehlen wir bei älteren Installationen mit Schraubsicherungen, die Sicherung des Stromkreises mit Solar-Gerät durch die nächst kleinere Sicherung auszutauschen.


Rechtliches

Muss der Anschluss eines steckbaren Solargerätes durch einen eingetragenen Elektroinstallateur erfolgen?


Nein, mit der Änderung der DIN VDE 0100-551-1:2016-09 ist der Anschluss durch den Laien in Endstromkreisen vorgesehen.

Was kann passieren wenn ich mein steckbares Solargerät nicht bei der Bundesnetzagentur anmelde?

Sollte die Bundesnetzagentur steckbare Photovoltaik-Module als meldepflichtig ansehen, könnte theoretisch ein Bußgeld nach § 21 (MaStRV) verhängt werden. Praktisch ist das aber kaum umsetzbar. Da man jedoch für sein Balkonkraftwerk in der Regel keine EEG-Vergütung in Anspruch nehmen wird, sind die Sanktionsmöglichkeiten der Bundesnetzagentur eingeschränkt (Quelle Verbraucherzentrale NRW e. V.). Selbst bei den „großen“ PV-Anlagen ist der DGS kein Fall bekannt, bei dem bei der Nichterfüllung von Meldepflichten auf bisherigen gesetzlichen Grundlagen ein Bußgeld verhängt wurde. Wer dieses Risiko ausschließen möchte, kann das Balkonkraftwerk anmelden: Marktstammdatenregister.

Was kann passieren wenn ich mein Balkonkraftwerk nicht bei meinem Netzbetreiber anmelde?

Wenn der Netzbetreiber Ihr Balkonkraftwerk bemerkt, werden Sie Post vom Netzbetreiber erhalten. Die Anmeldung kann dann nachgeholt werden.

Kann ich meinen Versicherungsschutz durch ein Balkonkraftwerk verlieren?

Nur wenn ein Gutachter feststellt, dass der Schaden ohne Balkonkraftwerk nicht aufgetreten wäre. Bei Balkonkraftwerken nach unseren Standards und Befolgen der Herstellervorgaben greift die Produkthaftung des Herstellers.

Müssen steckbare Solargeräte bei der Bundesnetzagentur bzw. beim Marktstammdatenregister angemeldet werden?

Bei Photovoltaik-Modulen, die nicht in das öffentliche Netz einspeisen, entfällt nach MaStRV § 5 Abs. 2 Nr. 1b die Pflicht zur Registrierung. Falls das Balkonkraftwerk eine Einheit im Sinne des Marktstammdatenregisters darstellt und in das öffentliche Netz einspeist, besteht nach MaStRV die Pflicht zur Registrierung.

Müssen steckbare Solargeräte bei dem eigenen Netzbetreiber angemeldet oder abgestimmt werden?

Falls das steckbare Solar-Gerät eine Eigenanlage nach NAV darstellt, hat der Anschlussnehmer oder -nutzer dem Netzbetreiber vor der Errichtung Mitteilung zu machen.

Falls durch das steckbare Solar-Gerät eine Netzrückspeisung (die größer als die Messtoleranz des Zählers ist) auftritt, muss sich der Anschlussnehmer oder -nutzer mit dem Netzbetreiber abstimmen, um eine Verfälschung der Messung zu verhindern. In Österreich gibt es ein Meldeverfahren für steckbare Solar-Geräte. Wenn der Anschlussnehmer oder -nutzer bei dieser Meldung den Schutz vor Rückspannungen mittels Zertifikat für den Netz- und Anlagenschutz nach VDE-AR-N 4105 nachweist, kann der Netzbetreiber den Anschluss nicht unterbinden. Darüber hinaus gibt es in Deutschland keine allgemeingültigen Vorgaben. Voraussichtlich wird aber ein Meldeverfahren in die kommende VDE-AR-N-4105 aufgenommen.

Hintergrund:

Nach § 19 Abs. 3 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) ist von einer Anmeldepflicht beim Netzbetreiber auszugehen. Für die Anmeldung bestehen keine allgemeingültigen Vorgaben. Die Vorschrift sieht auch eine Abstimmung des Anschlusses der Erzeugungsanlage vor, die aber nur erfolgen kann, wenn der betreffende Netzbetreiber insoweit „mitmacht“. (Hinweis von RA Dr. Jörn Bringewat aus der Kanzlei von Bredow Valentin Herz)

Je nach Netzbetreiber und Sachbearbeiter gibt es hier die unterschiedlichsten (zum Teil falsche und größtenteils veraltete) Aussagen. Viele Netzbetreiber sehen die Anmeldung nach VDE AR-N-4105 fälschlicherweise als einziges Meldeverfahren an. Da die NAV kein Verfahren benennt, hält diese Auslegung keiner rechtlichen Prüfung stand. Die Anmeldung nach dem Verfahren der VDE AR-N-4105 ist ein unverbindlicher Vorschlag der Netzbetreiber!

Muss die vorhandene Elektroinstallation vor dem Anschluss eines Solargerätes von einem Elektroinstallateur geprüft werden?

Ja, allerdings kann in folgenden Fällen darauf verzichtet werden:

  • Wenn Sicherungsautomaten vorhanden sind, können in Deutschland pro Haushalt maximal 2,6 Ampere (600 Watt, meist 2 Module mit ca. 3 m² Fläche) angeschlossen werden (dies basiert auf Erkenntnissen der Untersuchung des PI- Berlin).
  • Wenn Schraubsicherungen vorhanden sind und die Sicherung des Stromkreises mit Solar-Gerät durch die nächst kleinere Sicherung ausgetauscht wurde.
 

Sie haben weitere Fragen zu Mini-Solaranlagen?

Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht unter info@sonnenstromwerk.de oder rufen Sie kurz unter +49 (0)971 - 785 549 46  durch. 

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